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Auf dem Bild wird der Reifendruck eines Rennrad-Reifens getestet.

Der richtige Reifendruck ist mitentscheidend für die Leistung, den Komfort und die Sicherheit eines Rennrads, beziehungsweise seines Fahrers. Allerdings gibt es weder eine pauschale Anleitung noch eine allgemeingültige Tabelle oder Richtwerte, die den jeweils richtigen Reifendruck vorgeben. Tatsächlich wird der korrekte Reifendruck von vielen Faktoren beeinflusst. Unter anderem von:

  • Fahrergewicht, bzw. Systemgewicht (inklusive Ausrüstung und Gepäck)
  • Reifenbreite
  • Felgenbreite
  • Untergrund
  • System (Tubeless-System oder Schlauch-System)
  • Temperatur und Witterung (Nässe, Hitze)
  • Persönlichem Komfortanspruch

Der Reifendruck beeinflusst das Fahrverhalten eines Rennrads in vielerlei Hinsicht. Zu hoher Druck kann die Fahreigenschaften verschlechtern, mitunter sogar den Rollwiderstand und das Unfallrisiko erhöhen, während zu niedriger Druck den Rollwiderstand erhöht und den Reifenverschleiß beschleunigt. Ein optimal eingestellter Reifendruck bietet hingegen den besten Kompromiss aus Rollwiderstand, Grip und Komfort.

Früher hieß es immer, je schmaler der Reifen und je höher sein Druck, desto schneller. Ein Märchen, welches die Wissenschaft und viele Tests längst widerlegt haben. Ganz davon abgesehen, dass Rennradreifen früher meist dünner als 20 Millimeter waren. Um diese vor Durchschlag und Pannen zu schützen, pumpten Rennradfahrer oftmals so lange, bis 11 oder sogar 12 bar auf dem Manometer abzulesen waren. Dabei reden wir im Übrigen bei einem früheren Fahrrad über Schlauchreifen; also gerade nicht über Draht- oder Faltreifen und einen Schlauch, sondern über Felgen mit einem flachen konkaven Felgenbett auf welches der Reifen, bei dem Mantel und Schlauch zu einer Einheit vernäht waren, aufgeklebt wurde. 

Wie misst man den Reifendruck beim Rennrad?
 

Der Druck im Rennradreifen ist definiert als der Überdruck gegenüber dem Umgebungsdruck, meist in der Einheit bar angegeben, manchmal auch in PSI (pounds per square inch). Die Umrechnung: 1 bar = 14,5 psi
Manchmal reicht es, den Luftdruck, egal ob beim Mountainbike (mit Autoventil oder auch Presta Ventil), beim Rennrad oder auch bei Gravelbike und Trekkingrad, mit einem Daumendruck zu prüfen. Lässt sich der Reifen leicht eindrücken, scheint alles in Ordnung. Mit einem analogen oder digitalen Luftdruckprüfer, wie sie auch in viele Pumpen bereits integriert sind, ist die Bestimmung des exakten Luftdrucks und damit die Einhaltung von Mindest-, Maximal- oder Idealdruck deutlich reliabler und natürlich präziser. Gerade bei schlechten Bedingungen wie Nässe, Schmutz oder brüchigem Asphalt ist die gewissenhafte Kontrolle des Reifendrucks nicht nur sicherheits- und leistungsrelevant. Der optimal an die Bedingungen angepasste Luftdruck erhöht zudem die Chance auf mehr Komfort, besseres Fahrverhalten und Fahrgefühl.

Zu sehen ist ein Fahrradreifen mit Fokus auf dem Ventil.

Das Gewicht des Fahrers spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl des richtigen Reifendrucks. Schwerere Radfahrer benötigen höheren Druck, leichtere folglich weniger. Die Reifen sollen letztlich leicht federn, aber bei Unebenheiten nicht springen. Zu schwammig dürfen sie sich natürlich auch nicht anfühlen, zudem sind schmale Rennreifen mit zu wenig Druck recht pannenanfällig. Als hilfreicher Annäherungswert gelten zehn Prozent des Körpergewichts in bar. Wenn du 75 Kilogramm wiegst, solltest du die Reifen bis 7,5 bar aufpumpen (natürlich unter Berücksichtigung der maximal zulässigen Luftdrücke von Reifen und Felgen). Gerade wenn du Taschen oder sonstiges Equipment ans Rennrad montierst, ist das Systemgewicht relevant, spricht die Summe aus Fahrer und komplettem Equipment inklusive Flaschen.

Moderne Tests haben ergeben, dass breitere Reifen eben nicht schlechter rollen als schmale, abgesehen vielleicht von den Bedingungen auf der optimalen Oberfläche einer Radrennbahn. Breitere Felgen erlauben heutzutage deutlich niedrigeren Druck als als schmale Standardfelgen und -pneus der 90er und 2000er Jahre. Und der Vorderreifen kann ein paar Zehntel weniger bar bekommen als der Hinterreifen, der deutlich mehr Last zu tragen hat als sein Vorläufer. Übrigens: Auf der Flanke der verschiedenen Reifen und Reifenmodelle ist zumeist eine Range von niedrigstem bis höchstem empfohlenen Druck angegeben.

Mitunter kann es sogar der Gesamtleistung auf dem Rad guttun, wenn du weniger Luftdruck auf den Reifen gibst, als es die Empfehlung auf der Seitenwand vom Reifenmodell aufzeigt – zum Beispiel wenn du auf einer Strecke mit viel Kopfsteinpflaster unterwegs bist und einen entsprechend breiten Reifen fährst. Die Empfehlungen, die auf den Reifen aufgedruckt sind, beinhalten deutliche Sicherheitsreserven und sollen letztlich auch den Reifenhersteller vor etwaigen Haftungsansprüchen im Falle eines Defektes oder Sturzes schützen. Wenn du also die Empfehlung unterschreiten möchtest, ist das durchaus möglich, du solltest allerdings umso vorsichtiger fahren.

Wie wirken sich schmalere Reifen auf den Luftdruck aus?

 

Früher waren schmale Reifen (23 Millimeter oder sogar deutlich weniger) die bevorzugte Wahl für Rennradfahrer, da sie einen geringen Rollwiderstand versprachen. Schmale Reifen benötigen höheren Druck, um den gleich guten Rollwiderstand zu erreichen wie breitere Reifen. Typischerweise liegt der empfohlene Druck für 23-Millimeter-Reifen zwischen 7 bis 8 bar (100 und 120 psi).

Auf dem Bild wird der Reifendruck eines Fahrradreifens getestet.

In den letzten Jahren hat sich ein Trend zu breiteren Rennradreifen (25 Millimeter und mehr) etabliert. Diese bieten eine größere Auflagefläche, was den Komfort erhöht und die Traktion verbessert, insbesondere auf unebenem Untergrund. Beim Klassiker-Rennen Paris – Roubaix fahren die meisten Profis mittlerweile sogar zwischen 32 und 35 Millimeter breite Reifen, einige davon auch Tubeless. Der Vorteil: Breitere Reifen können mit niedrigeren Drücken gefahren werden, ohne den Rollwiderstand zu erhöhen. Der Komfort für die Fahrer erhöht sich indes mit den breiteren Reifen immens, und somit letztlich auch ihre Leistungsfähigkeit.

Auf glatten, asphaltierten Straßen kann ein höherer Reifendruck verwendet werden, mit dem der Rollwiderstand minimiert und die Geschwindigkeit maximiert wird. Hier kommen die traditionellen Empfehlungen von 7 bis 8 bar (100 bis 120 psi) für schmale Rennradreifen zur Anwendung.

Rollwiderstand ist die Kraft, die einem rotierenden Rad oder Reifen entgegenwirkt und seine Bewegung damit verlangsamt. Diese Kraft entsteht hauptsächlich durch die Verformung des Reifens auf der Fahrbahnoberfläche sowie durch die Reibungskräfte innerhalb des Reifens selbst. Es kommt hier zu Energieverlusten, die der Fahrer mit Muskelkraft kompensieren muss. Je schneller du fährst, desto stärker musst du in die Pedale treten, um den Rollwiderstand zu überwinden. 

Ein hoher Reifendruck mindert zwar den Rollwiderstand, verringert aber den Komfort. Da Asphalt im normalen Straßenverkehr, anders als in einem Velodrom, nicht besonders glatt ist, sorgt ein zu hoher Reifendruck für eine unruhige Fahrt. Der Reifen springt leicht und der Lenker vibriert oder schlägt sogar hoch. Auf unebenen Straßen oder sogar Kopfsteinpflaster ist es darum besser, den Reifendruck zu reduzieren. Ein geringerer Druck ermöglicht es dem Reifen, sich besser an den Untergrund anzupassen, was den Komfort erhöht und die Kontrolle verbessert. Hier sollten Rennradfahrer Drücke von 4,8 bis 6,2 bar (70 bis 90 psi) wählen, abhängig wiederum von der Reifenbreite und dem Fahrergewicht.

Die Felgenbreite beeinflusst die Form des aufgepumpten Reifens, den Luftwiderstand und letztendlich auch den optimalen Reifendruck. Breitere Felgen ermöglichen es, breitere Reifen zu montieren. Eine breitere Felge mit einem breiteren Reifen erfordert wiederum weniger Luftdruck, um die gleichen guten Rolleigenschaften zu erzielen. Zum Beispiel kann ein 25-Millimeter-Reifen auf einer breiten Felge bei nur 5,5 bar (80 psi) denselben Rollwiderstand aufweisen wie bei 6,2 bar (90 psi) auf einer schmaleren Felge. Der Komfort ist indes bei der breiteren Felge deutlich größer.

Tubeless-Systeme wurden in jüngerer Vergangenheit immer beliebter, da sie mehrere Vorteile bieten, darunter ein geringeres Pannenrisiko und die Möglichkeit, mit niedrigeren Drücken zu fahren, ohne die Gefahr von Durchschlägen (Snakebites) zu provozieren. Der empfohlene Druck für Tubeless-Reifen liegt in der Regel etwa 0,7 bis 1 bar (10 bis 15 psi) unter dem von Schlauch-Systemen.

Was muss man beachten, wenn man TPU-Schläuche im Rennrad fährt?

TPU-Schläuche wie zum Beispiel die AERON/TPU Airtubes werden generell mit ähnlichen Luftdrücken gefahren wie auch Butyl-Schläuche. Allerdings ist die Pannensicherheit – sowohl gegenüber einem Durchstich als auch bei Durchschlag (Snakebite) – verglichen mit Butyl-Schläuchen bei den meisten TPU-Modellen höher, was wiederum mehr Spielraum bei der Wahl des Luftdrucks zulässt. Beachten muss man sonst nur die Montagehinweise und den Umgang mit sehr hohen und niedrigen Temperaturen. TPU ist ein wärmeformbarer Werkstoff, der bei Hitze weich wird und bei großer Kälte brüchig. Deshalb sind AERON/TPU Airtubes auch meist nicht für Felgenbremsen freigegeben und es wird empfohlen, nach dem Anwenden von CO2-Kartuschen oder E-Pumpen kurz mit der Weiterfahrt zu warten.

Zu sehen ist ein Aeron Schlauch, der auf einer Hand liegt.

Im Vergleich zu Butyl-Schläuchen haben TPU-Fahrradschläuche viele Vorteile. Sie sind:

  • pannensicherer (hohe Zuverlässigkeit in jedem Gelände und bei allen Bedingungen; besserer Schutz bei Durchstichen und zumeist auch Durchschlägen)
  • kompakter (passen in jede Trikottasche)
  • luftdichter (Radler müssen seltener nachpumpen)
  • leichter (ihr Gewicht liegt im Schnitt 60 Prozent unter dem von Butyl)

Nachfolgend findest du eine Tabelle mit allgemeinen Empfehlungen für den Reifendruck, basierend auf Reifenbreite, Fahrergewicht und Systemtyp:

FahrergewichtReifenbreiteTubeless-SystemSchlauch-System
60-70 kg25 mm70-80 psi (4,8-5,5 bar)80-90 psi (5,5-6,2 bar)
60-70 kg28 mm60-70 psi (4,1-4,8 bar)70-80 psi (4,8-5,5 bar)
70-80 kg25 mm75-85 psi (5,2-5,9 bar)85-95 psi (5,9-6,6 bar)
70-80 kg28 mm65-75 psi (4,5-5,2 bar)75-85 psi (5,2-5,9 bar)
80-90 kg25 mm80-90 psi (5,5-6,2 bar)90-100 psi (6,2-6,9 bar)
80-90 kg28 mm70-80 psi (4,8-5,5 bar)80-90 psi (5,5-6,2 bar)
90-100 kg25 mm85-95 psi (5,9-6,6 bar)95-105 psi (6,6-7,2 bar)
90-100 kg28 mm75-85 psi (5,2-5,9 bar)85-95 psi (5,9-6,6 bar)

Die Wahl des richtigen Reifendrucks für Rennräder hängt von Faktoren ab wie Reifenbreite, Untergrund, Felgenbreite oder auch vom Gewicht des Fahrers und vom verwendeten Reifensystem. Es ist wichtig, dass du diese Aspekte berücksichtigst, um die optimale Performance, größtmöglichen Komfort und maximale Sicherheit zu gewährleisten. Durch Testen und Anpassen des Reifendrucks an die individuellen Bedürfnisse und Bedingungen kannst du mit oben stehender Tabelle als Referenz die beste Performance aus dir und deinem Rennrad herausholen.

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