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DIE GÄNGIGSTEN VENTILARTEN KURZ UND EINFACH ERKLÄRT
Welche Fahrradventile gibt es? In unserem Ratgeber über Fahrradventile erhältst Du alle Infos zu den unterschiedlichen Ventilarten, über deren Erfinder und wie man die Ventile nutzt.
Ohne Fahrradventil (das englische Wort lautet „valve“) geht beim Fahrradfahren nichts. Ohne Fahrradventile könnte man keine Luft in den Schlauch oder ins Tubeless-System einbringen, und ohne sie könnte man die Luft auch nicht kontrolliert ablassen. Ganz klar, Fahrradventile sind ein entscheidender Bestandteil des Fahrrades. Aber es gibt unterschiedliche Ventile, genauer gesagt gibt es drei HauptartenFahrradventile: Autoventil (Schraderventil), Sclaverand Ventil (Presta-Ventil) und Dunlop Ventil (Blitz-Ventil). Jedes dieser Ventile hat seine eigenen Eigenschaften, seine Vorteile und Nachteile sowie spezifische Bohrungsanforderungen für die Felgen. In diesem Text werden wir die Eigenschaften dieser Ventile im Detail untersuchen und ihre Verwendung erläutern, also erklären wie man mit den verschiedenen Ventilarten und Pumpen wieder Luft in den Fahrradreifen bekommt. Außerdem werden wir erläutern, welche Pumpe für welches Ventil geeignet ist, wie man die verschiedenen Reifen mittels der Ventile aufpumpen sollte, was eine Ventilkappe ist, oder auch wie groß die Felgenbohrung für den jeweiligen Ventiltypen sein muss.
1. Autoventil (Schraderventil)
Das Schrader-Ventil wurde von August Schrader, einem deutschen Einwanderer, der nach Amerika zog, erfunden. Er gründete 1844 die Firma Schrader in New York, die sich auf die Herstellung von Gummi- und Metallprodukten spezialisierte. Das Schrader-Ventil, das heute weit verbreitet in Autoreifen und Fahrradreifen verbaut wird, wurde erstmals 1891 patentiert. Das Schrader-Ventil wird auch Autoventil genannt, weil man es eben – so sagt es schon der Name – zumeist bei Autoreifen findet. Die Felgenbohrung für ein Autoventil, also deren Ventil Röhrchen oder auch den Ventilschaft, beträgt 8,5 Millimeter. Ein Schlauch mit einem Autoventil passt somit nicht durch eine Felgenbohrung, die für das dünnere Presta-Ventil vorgesehen ist. Autoventile sind aufgrund ihrer robusten Bauweise beliebt und kommen besonders häufig bei City-, Touren-, Trekking-Bikes und seltener Mountainbikes vor.
Die Vorteile des Autoventils:
- Robustheit: Schrader-Ventile sind sehr robust und wenig anfällig für Beschädigungen.
- Kompatibilität: Sie sind mit vielen herkömmlichen Luftpumpen und – ein guter Grund für Reisende – Kompressoren an einer Tankstelle kompatibel, was das Aufpumpen unterwegs erleichtert.
- Einfache Handhabung: Das Ein- und Auslassen von Luft funktioniert einfach und schnell. Zum Ablassen benötigen Radler nur einen spitzen Gegenstand wie einen Schlüssel, einen kleinen Schraubenzieher oder einen Kugelschreiber, mit dem der Stift im Ventil (auch Ventilkopf genannt) nach unten gedrückt wird.
Die Nachteile des Autoventils:
- Gewicht: Schrader-Ventile sind schwerer als andere Ventiltypen.
- Felgenkompatibilität: Die größere Bohrung kann die strukturelle Festigkeit schmaler Felgen beeinträchtigen.
- Feinabstimmung: Das präzise Einstellen des Luftdrucks im Fahrradschlauch kann schwieriger sein als bei Presta-Ventilen.
So nutzt man ein Autoventil:
Um ein Schrader-Ventil zu benutzen, müssen Radfahrer zuerst die Staubkappe, auch Ventilkappe genannt, abschrauben. Dann kann der Pumpenkopf der Pumpe oder der Luftkompressor aufgesetzt werden. Durch Drücken des Ventilkopfes kann Luft abgelassen werden. Ist der korrekte Reifendruck erreicht, wird die Staubkappe wieder festgeschraubt.
2. Sclaverandventil (Presta)
Das Sclaverandventil – erfunden vom Franzosen Etienne Sclaverand – wird auch Presta-Ventil genannt. Es findet vor allem bei Rennrädern, Gravel- und Mountainbikes Verwendung. Die Bohrung in der Felge für den Ventilschaft eines Presta-Ventils beträgt nur 6,5 Millimeter, was die Felge im Vergleich zum Autoventil weniger schwächt. Allerdings kann bei einer solchen speziellen Felge zum Beispiel beim Rennrad auch kein Autoventil genutzt werden.
Die Vorteile des Sclaverandventils:
- Gewicht: Presta-Ventile sind leichter als Schrader-Ventile.
- Hoher Druck: Sie können höheren Luftdruck aushalten, was für Rennräder ideal ist.
- Schmale Felgen: Die kleinere Bohrung ist für schmale Felgen besser geeignet und bewahrt deren Stabilität.
- Feinabstimmung: Ermöglicht eine präzisere Druckeinstellung.
Die Nachteile des Sclaverandventils:
- Empfindlichkeit: Sie sind empfindlicher (vor allem wenn der Ventilkopf aufgedreht ist) und können somit auch leichter beschädigt werden.
- Handhabung: Das Aufpumpen kann etwas komplizierter sein, da der Ventilkern vor dem Aufpumpen gelöst werden muss. Anschließend muss man vorsichtig agieren, damit der Ventilkopf nicht verbogen wird.
So nutzt man ein Sclaverandventil:
Zum Aufpumpen eines Presta- oder Sclaverand-Ventils muss die kleine Rändelmutter am Ventilkopf gelöst werden. Danach kann die Fahrradpumpe, beziehungsweise deren Pumpenkopf aufgesetzt und der Reifen aufgepumpt werden. Nach dem Aufpumpen wird die Rändelmutter wieder festgezogen. Zum Ablassen von Luft wird die Mutter gelöst und der kleine Stift des Ventils vorsichtig gedrückt. Auch für Sclaverandventile gibt es natürlich eine Staubkappe aus Plastik.
3. Dunlop Ventil (Blitzventil)
Das Dunlop-Ventil, auch als Blitz-Ventil bekannt, wurde von John Boyd Dunlop, einem schottischen Tierarzt, erfunden. Das Dunlopventil ist vor allem in Europa weit verbreitet. Die Felgenbohrung für ein Dunlopventil beträgt 8,5 Millimeter, also wie beim Schrader-Ventil.
Die Vorteile des Dunlopventils:
- Verbreitung: In vielen europäischen Ländern sind diese Ventile sehr gängig.
- Einfache Handhabung: Sie sind einfach zu bedienen und erfordern keine speziellen Adapter.
- Zuverlässigkeit: Sie sind robust und weniger anfällig für Leckagen.
Die Nachteile des Dunlopventils:
- Luftdruck: Sie können nicht so hohen Druck wie Presta-Ventile aushalten, was sie für Rennräder weniger eignet.
- Kompatibilität: Sie sind nicht immer mit allen Pumpen kompatibel, obwohl sie häufig verwendet werden.
So nutzt man ein Dunlop- oder Blitz-Ventil:
Um ein Dunlopventil zu nutzen, muss zuerst der Plastikschutz (wie auch bei den anderen beiden Ventil-Arten) vom Eingang des Metallröhrchens abgeschraubt werden. Nun kann die Pumpe aufgesetzt und der Reifen aufgepumpt werden. Nach dem Aufpumpen wird der Schutz wieder aufgeschraubt. Das Ablassen von Luft ist etwas schwieriger als bei den beiden vorherigen Ventil-Arten und benötigt viel Feingefühl. Zuerst wird nach dem Plastikschutz die Überwurfmutter leicht gelöst. Zumeist wird mit dem Lösen dieser Mutter schon Luft entweichen, darum bitte vorsichtig agieren. Sitzt der Ventilkern schon lange an Ort und Stelle und ist etwas festgebacken, dann muss der Ventilkern manuell vorsichtig losgezogen werden. Ist genug Luft entwichen, müssen Radler den Ventilkern mittels der Überwurfmutter wieder fixieren.
Fazit
Jeder Ventiltyp hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Letztlich bestehen sie alle aus einem metallenen Röhrchen, welches dann aber auf drei unterschiedliche Arten abgedichtet wird, beziehungsweise in welches jeweils ein anderer Ventilkern eingearbeitet ist. Die Handhabung aller drei Typen ist recht einfach. Du hast den Dreh bestimmt schon nach ein- oder zweimal ausprobieren raus. Je nach Fahrradtyp und Verwendungszweck werden sich Radler für die unterschiedlichen Systeme entscheiden:
- Schrader-Ventil: Ideal für Alltagsfahrräder und Mountainbikes dank seiner Robustheit und einfachen Handhabung.
- Presta-Ventil: Bevorzugt von Rennradfahrern an ihrem Rennrad und von ambitionierten Gravel-Piloten und Mountainbikern an ihren geländegängigen Vehikeln wegen des geringen Gewichts und der Fähigkeit, hohen Druck zu halten. Prestaventile werden auch zumeist mit Tubeless Reifen gefahren.
- Dunlop-Ventil: Gut für Stadträder und ältere Fahrräder aufgrund seiner einfachen Handhabung und Verbreitung in Europa.
Zumindest die sportlich orientierten Schrader- und Sclaverand-Ventile werden eigentlich in allen Schlauchtypen verbaut. Man findet sie in Butylschläuchen, Latexschläuchen und auch TPU-Fahrradschläuchen. Wenn du dich gezielt für TPU-Schläuche interessierst, weil sie sehr guten Rollwiderstand bieten, zudem sehr pannensicher und extrem leicht sind und dementsprechend auch ein geringes Packmaß haben, dann findest du zum Beispiel nicht nur die verschiedenen Ventile bei den AERON Airtubes, es gibt die TPU-Schäuche von AERON auch mit verschiedenen Ventillängen. Du benötigst mehrInfos zu AERON TPU-Fahrradschläuchen, zu deren Ventilen und den verfügbaren Ventilgrößen? Dann klicke hier.
Die drei häufig verwendeten Ventilarten in Reifen haben jeweils ihre eigenen Erfinder und Geschichte:
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1. Schrader-Ventil (Autoventil)
- Erfinder: August Schrader
- Geschichte: Das Schrader-Ventil wurde von August Schrader, einem deutschen Einwanderer, der nach Amerika zog, erfunden. Er gründete 1844 die Firma Schrader in New York, die sich auf die Herstellung von Gummi- und Metallprodukten spezialisierte. Das Schrader-Ventil, das heute weit verbreitet in Autoreifen, einigen Fahrradreifen und anderen Anwendungen verwendet wird, wurde erstmals 1891 patentiert.
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2. Presta-Ventil (Sclaverand-Ventil)
- Erfinder: Etienne Sclaverand
- Geschichte: Das Presta-Ventil, auch Sclaverand-Ventil genannt, wurde von dem Franzosen Etienne Sclaverand erfunden. Dieses Ventil ist insbesondere bei Rennrädern und hochwertigen Fahrrädern beliebt, da es für höhere Drücke ausgelegt ist und einen schmaleren Durchmesser als das Schrader-Ventil hat. Das genaue Jahr der Erfindung ist nicht eindeutig dokumentiert, aber es wurde in den frühen 20. Jahrhunderts eingeführt.
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3. Dunlop-Ventil (Blitz-Ventil)
- Erfinder: John Boyd Dunlop
- Geschichte: Das Dunlop-Ventil, auch als Blitz-Ventil bekannt, wurde von John Boyd Dunlop, einem schottischen Tierarzt, erfunden. Dunlop erfand 1888 den luftgefüllten Gummireifen, und das nach ihm benannte Ventil wurde daraufhin entwickelt. Dieses Ventil ist besonders in Europa und Asien bei Fahrrädern weit verbreitet.
Produktserien
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