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TPU-FELDVERSUCH AUF MONUMENTALEM KURS
Erst Feldversuche zeigen, ob die im Labor getesteten Eigenschaften auch in der Praxis erreicht werden können. Das Entwicklerteam von AERON/TPU wollte die Widerstandsfähigkeit ihrer neuesten, ultraleichten TPU-Schläuche einem echte Härtetest unterziehen. So schickten sie ihre Schläuche in die Hölle des Nordens, über das Pflaster des monumentalen Frühjahrsklassikers in Roubaix.
Wenn die Automobilindustrie neue Modelle entwickelt und testet, dann auf dem Nürburgring, unter Wüstenglut, auf Asphaltovalen mit Steilkurven und oder jenseits des Polarkreises. Man geht weit über die üblichen oder alltäglichen Belastungen hinaus, um den Lebenszyklus des Produkts in deutlich verkürzter Zeit durchzuspielen. Außerdem lassen Tests in Extremsituationen einen gewissen Sicherheitspuffer – als Qualitätssicherungsmaßnahme. Was die Extreme besteht, scheitert auch nicht im Normalgebrauch.
Auf der Nürburgring Nordschleife war das Team rund um den neuen AERON/TPU Schlauch zwar auch schon, doch für einen Rennradschlauch sind die Belastungen auf dem glatten Asphalt der Rennstrecke durchschnittlich bis überschaubar. Die guten Rolleigenschaften eines solchen modernen Fahrradschlauches aus thermoplastischem Polyurethan konnten die Prototypen dort zwar beweisen, nicht aber ihre signifikante Widerstandsfähigkeit gegen Reißen, Quetschen oder Brechen. Für den pannensicheren Neuling im Fahrradschlauchregal sollte eine völlig andere Rennstrecke zum Reifezeugnis führen.
Renneinsatz oder Rollenprüfstand
Die ersten fahrbaren AERON/TPU Schläuche waren zu dem Zeitpunkt etwa seit sechs Monaten auf unseren hauseigenen Prüfständen im Einsatz. Ergebnis: Die Leichtgewichte zeigten mit jedem Entwicklungsschritt erstaunlichere Resistenz gegen Durchstiche und Quetschungen im Reifen. Teils viermal mehr Kraft pro Quadratmillimeter brauchten die Werkzeuge, um elementare Schäden zu verursachen, wenn man von den Kennzahlen klassischer Butylschläuche als Referenz ausgeht.
Mehr Knowhow über TPU-Schläuche
Die Ergebnisse verhießen einen Paradigmenwechsel im Bereich der Fahrradbranche, aber was am Reißbrett und mit genormten Werkzeugen gut aussieht, kann in der Praxis Schwächen offenbaren, an die man unter Laborbedingungen nicht gedacht hatte. Da kam einem der Mitarbeiter der Gedanke, die Automobilbranche als Vorbild zu nehmen und beim Praxistest direkt ins Extrem zu gehen. Das legendäre Profiradrennen von Paris nach Roubaix im Norden Frankreichs war kurz zuvor über die Mattscheibe geflimmert. Die in Fachkreisen „Hölle des Nordens“ genannte Rennstrecke besteht aus rund 200 Kilometern Landstraßen und asphaltierten Wirtschaftswegen sowie aus etwa 55 Kilometern Kopfsteinpflaster von unterschiedlichster „Qualität“. Teils wähnt man sich als Fahrer auf den ruppigen und Schlagloch versetzten Straßen historischer Innenstädte, teils auf den Buckelpisten der Römerzeit. Für einen Rennradschlauch ist DAS der Nürburgring!
Rennrad-Schläuche von AERON/TPU
Road – SuperLite Race AL
Wenn jede Sekunde zählt! Für Rennradprofis, Zeitfahrer und Triathleten, die von sich und ihrem Material Höchstleistungen erwarten – in Training und Wettkampf. Schneller und leichter geht's nicht.
Road – ExtraLite Protect AL
Der Road ExtraLite Protect mit Aluminium-Ventilschaft ist perfekt abgestimmt für leistungsorientierte Rennradfahrer – schnell, leicht, pannensicher, mit geringem Rollwiderstand und kleinem Packmaß.
Road – ExtraLite Protect
Für leistungsorientierte Rennradfahrer – schnell, leicht, pannensicher, mit geringem Rollwiderstand und kleinem Packmaß.
Kalkuliertes Risiko auf 25 Millimetern
Für Profiteams, ihre Fahrer und Mechaniker bedeutet das Rennen Anfang April stets gewaltiger Stress. Oft werden komplett neue Rennmaschinen aufgebaut, weil die Aerobikes nicht genug Platz für die extrabreiten Reifen bieten. Außerdem passt die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad auf einer weniger aggressiv designten Rahmengeometrie besser zur Fahrtechnik, die einem zumindest die Chance gibt, heil und ohne Schleudertrauma über die Pavés genannten Passagen mit dem Pflaster zu kommen.
Ich als derjenige, der auserkoren wurde, den Feldtest durchzuführen, verfüge leider nicht über einen Fuhrpark, der mir den raschen streckenabhängigen Wechsel zwischen diversen Modellen erlaubt. Mein Renner ist genau solch ein auf Speed getrimmtes Racebike mit 25 Millimeter schmalen Pneus, bestückt mit zwei AERON/TPU ExtraLite Protect und drei weiteren als Ersatz – die TV-Übertragungen zeigten in einer schier endlosen Folge Profis auf Topmaterial, die hektisch nach ihrem Servicewagen rufen. Und bisher gab es keinen öffentlichen Versuch mit der modernen TPU-Technologie auf diesem ultraharten Parcours. Das war also keine Skepsis gegenüber dem Produkt, sondern kalkuliertes Risiko.
Vom Tester zum Passagier
Trotz der deshalb wenig erfolgversprechenden Ausgangslage waren Motivation und Stimmung auf höchstem Level – bis ich als Testfahrer den Zustand dieses mythischen Kopfsteinpflasters in Natura sah, grob, holprig und schmutzig. Grob oder holprig beschreibt diese scheinbar ohne jedes Konzept aneinander gereihten Kuppeln mit Ecken und Kanten auf keinen Fall ausreichend. Laut Berichterstattung sollte sich ab einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit aus den einzelnen Wacken eine fahrbare, homogene Fläche ergeben. Die Reifen würden dann nicht in jeden Spalt eintauchen, sondern bildlich von Kuppe zu Kuppe über die Fugen hinweg schweben. Das beim Anblick dieses Flickenteppichs zu glauben – schwierig! Und dem Ansatz folgend mache ein vorsichtiges, also langsames Einrollen auf dem Pavé ja die Fahrt nicht einfacher. Die Schlussfolgerung: Augen zu und drauf.
Die etwa 30 Pavés des UCI-Profirennens sind nicht gleichschwer. Länge und vor allem Grobheit und Zustand des Belags teilen sie in Kategorien von ein bis fünf Sternen ein, wobei die drei 5-Sterne-Abschnitte oft die Schafrichter im Rennverlauf darstellen. Und genau an solch einem stehen ich und mein Rad gerade – deutlich weniger euphorisch und optimistisch als zuvor.
Sektor 22: Quérénaing to Maing
Der so betitelte Wirtschaftsweg durch nordfranzösische Felder wurde trotz üppiger zweieinhalb Kilometer nur auf drei Sterne eingestuft, klingt machbar für „Gehversuche“, sieht aber real nach einem Weg aus, den man eigentlich hätte sperren müssen. Unzählige Karren und Traktoren haben die Oberfläche verformt. Die Fahrbahn ist konvex, man driftet auf den Schrägen unweigerlich nach außen, kann sich selbst bei Trockenheit deshalb kaum seine Fahrlinie aussuchen.
So weit ich schauen kann, plane ich deshalb vor dem Erstkontakt meinen Weg vor.
Erst im dritten Anlauf lasse ich die Bremshebel los und gehe mit Schwung über auf den Straßenbau des 19. Jahrhunderts. Schon die vierte oder fünfte Reihe Kopfsteine verpasst meiner vorderen Felge einen herben Durchschlag. Den Luftdruck hatte ich angepasst, auf vergleichsweise unsinnige 2,8 bar. War das zu wenig? Denn das metallische Klingen beim Aufsetzen der Felge hatte etwas Letales. Mit noch weniger Dämpfung in den Reifen hätte ich aber das Gefühl, das Eigenleben des Lenkers hätte meine Handkraft überfordert.
Vier solcher markerschütternden Durchschläge vorne und zwei hinten später ist der erste Sektor geschafft. Ich muss kurz anhalten und meine verkrampften Hände lösen, den Nacken lockern. Bereit, gleich beide zermalmte Schläuche zu tauschen, quittiert mein Bike kurzen Druck von oben mit anständigem Bounce, die Reifen haben noch Luft, und das nach dieser Folter!
Lernkurve Richtung Roubaix
Sektor 22 war der erste, je noch einer mit drei dann mit vier Sternen folgt und dann wartet der Wald von Arenberg, ein Stück Rennstrecke, so furchteinflößend, dass selbst Außenseiter der Radrennszene genau wissen, was das für Mensch und Material bedeutet. Eher alibimäßig drücke ich den Ventilstift beider Schläuche zweimal kurz ein, mit der Illusion, dass mit der minimalen Druckanpassung alles besser werde. Die Topteams können hier auf Tabellen und Erfahrung zurückgreifen, ich nur auf grobe Anhaltspunkte aus dem Cyclocross.
Ich habe richtiggehend Angst vor Arenberg! Aber Cyclocross war vielleicht der richtige Denkanstoß. Auf Sand zum Beispiel gibt es hier eine Fahrtechnik mit weit nach hinten geschobenem Gesäß, um den Lenker zu entlasten. Damit das Heck des Rades mich nicht im wahrsten Sinne aus dem Sattel wirft, lege ich vor Sektor 21 – gezählt wird rückwärts – einen lang übersetzten Gang auf, mehr Last auf den Pedalen heißt weniger am Sattel. Die ersten Meter auf #21 Maing to Monchaux-sur-Écaillon sind vergleichsweise eben und erlauben mir, die hecklastige Position auszuprobieren. Kurz bin ich komplett zufrieden, dann übersehe ich einen schräg eingesetzten Riesenkopf und gleich beide Räder pressen sich nacheinander in dessen erhabene Kante.
Warten auf die Panne
Dieses Radrennen ist komplett verrückt. Der Österreichische Ex-profi Peter Wrolich sagte dazu einmal: „Wenn Du bei Paris Roubaix nur einmal stürzt oder nur eine Reifenpanne erleidest, hast du echt gute Chancen auf einen vorderen Platz.“
Jetzt wird klar, wie er dazu kam. Mehrfach komme ich in die Situation, Stellen, die noch schlechter sind als der Rest der Strecke, wahrzunehmen, aber jedes beherzte Lenkmanöver würde zum Sturz führen. Darüber springen ginge vielleicht, aber die Landezone ist ja auch eine Art Mienenfeld. Es bleibt oft einfach nur, den Aufprall hinzunehmen und mit Armen und Beinen abzudämpfen. Noch begrenzter in den Möglichkeiten zum Ausweichen durch Nässe, Schlamm und 200 Konkurrenten im UCI-Rennen: Es ist rein rechnerisch kaum vorstellbar, dass überhaupt mehr als drei Fahrer das Velodrom in Roubaix erreichen.
Sektor # 20, vier Sterne: Jetzt schlagen quasi im Wechsel vordere und hintere Felge durch, weil ich auf der Suche nach der optimalen Gewichtsverteilung bin. Manchmal kommt das System fast zur Ruhe, weil ich genau die richtige Balance zwischen den Rädern treffe, sogar Kopf und Augen sind wieder stabil Und immer noch halten die AERON/TPU-Schläuche die Luft.
Ein Schlauchleben auf 2.300 Metern
Man wird besser, aber man gewöhnt sich nicht dran. So könnte man den Fortschritt über die Rüttelplatte beschreiben. Es gibt Momente mit dem ansatzweisen Gefühl von Kontrolle, aber die meiste Zeit ist man eher Passagier als Pilot. Das, übertragen auf den Sektor mit höchstem Schwierigkeitsgrad genau 200 Meter voraus, hieße aber damit: Kontrolle abgeben, hochschalten, Position einnehmen, nicht langsamer werden und einfach die Physik machen lassen.
Zwischen 5- und 4-Sterne-Sektoren liegen nochmals Welten. Gegen die Steine im Wald von Arenberg wirken meine Laufräder wie von einem 20-Zoll Kinderrad. Wie kleine Strudel im eh schon aufgewühlten Meer stechen ganze Felder mit unregelmäßig gesetzten, gekippten, verdrehten oder einfach fehlenden Steinen heraus. Die Räder kriegen dadurch nicht nur Schläge von unten verpasst, das Kopfsteinpflaster spielt mit den Reifen wie mit einem Punchingball. Keine Maschine im Labor könnte das! Und noch schlimmer: Die Schwerkraft zieht mich ab der Hälfte der 2.300 Meter in die linke Fahrrinne. Dort lauern Heckenstränge und Dornen, denen ich nicht ausweichen kann. Man ist in dieser Rinne gefangen, vor allem, weil es im Wald dauerhaft schattig kühl ist und der Tau lange glitschig auf den Steinen liegt. Pfützen haben hier zusätzlich die Fugen ausgehöhlt, es ist, als ob der Fahrweg manchmal zur Steinwüste wird. Das hier ist wirklich ein Schlauchleben im Zeitraffer – eher zwei oder drei. Allein die Gewalten, die bis hier her auf meine AERON/TPU einwirkten, er- und überleben Standardschläuche nicht.
Simulation erfolgreich
Ich hatte lange nicht mehr dieses völlig unsouveräne Gefühl im Sattel wie auf dem Kopfsteinpflaster. Ich bin noch neun weitere Pavés abgefahren und auf den leichteren kam tatsächlich so etwas wie Routine auf. Nach dem nächsten 5-Sterne Sektor Mons-en-Pévèle war mein Bedarf an Feldtests aber gedeckt. Die Konzentration kostet mehr Energie als das reine treten.
Ich habe versucht mitzuzählen: Etwa 26 Durchschläge vorne und etwa die Hälfte davon hinten haben meine Reifen und Schläuche überstanden. Dazu ein paar Glassplitter, Schrapnelle und Dornbüsche. Test bestanden! Meine Hände waren zwei Tage nicht in der Lage, ein Marmeladenglas zu öffnen, aber auch ich habe den Test bestanden, wenn auch zu einem Drittel sicher durch Glück, Zufall und eben gutes Material.
Die Strecke hat alles übertroffen, alles, was ich je gesehen, gehört und gelesen hatte. Wenn im April die Profis, Profifrauen und Jedermänner die Pavés erstürmen, werden ich mit Andacht und 1000 Prozent mehr Respekt vor dem Fernseher sitzen! Und ich werde genauer hinschauen, ob nicht vielleicht die eine oder andere Panne mit einem AERON/TPU Schlauch hätte verhindert werden können. Die meisten werden dort noch mit einem Tubeless-Reifen starten. Laut Untersuchungen auch sehr pannenresistent und leicht, dafür was Montage und Wartung angeht deutlich weniger alltagstauglich. Immerhin hat sich die neue TPU-Technik in meinem Versuch bravourös bewiesen, und das über die härteste Rennradstrecke der Welt!
Fahrtipps für dein Roubaix: Das hilft dir über Kopfsteinpflaster
- möglichst auf Leichtbauteile – vor allem Lenker und Laufräder – verzichten
- Reifenbreite wenn irgend möglich ab 30 Millimeter oder höher wählen
- Schläuche montieren, die Snakebites verhindern
- Lenkerband doppelt wickeln, Spezialband verwenden oder dämpfende Pads unterlegen
- Flaschen und Pumpen je nach Halter mit extra Klettband oder Gummiring sichern
- Radcomputer: Sicherheitsschlaufe verwenden!
- Luftdruck anpassen, je nach Reifen und Systemgewicht zwischen 2,2 und 3,8 bar
- nicht an einem 4- oder 5-Sterne Sektor anfangen, sondern langsam steigern
- verhältnismäßig großen Gang einlegen – Trittfrequenz ~ 60 U/min.
- Hauptgewicht auf die Pedale verlagern
- Gesäß nach hinten schieben, Lenker entlasten
- Lenker an den Hoods oder im Bügel greifen, möglichst breit
- Vorderrad freigeben, also nicht zu krampfhaft gerade halten
- Ellenbogen deutlich gebeugt und nicht zu steif
- Blickrichtung etwa drei bis vier Meter vor das Rad
- keine engen Ausweichmanöver, im Zweifel Arme „weich“ machen und den Schlag vorsichtig abfedern
Produktserien
ROAD SERIE
Ultraleicht, superschnell und megakompakt: AERON/TPU Rennradschläuche sind auf maximale Performance getrimmt. Je nach Disziplin und Einsatzzweck garantieren sie dir unterschiedliche Ausprägungen mit Fokus auf maximale Gewichtsersparnis und minimalen Rollwiderstand oder aber herausragendem Pannenschutz immer das perfekte Set-up.
CX/GRAVEL SERIE
TPU-Technologie, perfekt abgestimmt für den Einsatz abseits befestigter Straßen: Leicht, pannensicher, geringer Rollwiderstand und kleinstes Packmaß. AERON/TPU bietet High-Performance-Schläuche für Gravel- und Cyclocross-Racer sowie Varianten mit maximalem Pannenschutz für Bikepacker und Ultrafahrer an.
MTB SERIE
Tech for Trails: AERON/TPU liefert mit dem besten Kompromiss aus Leichtigkeit, Pannensicherheit und geringem Rollwiderstand die perfekte Schlauchtechnologie für Mountainbiker. Spezifische Modelle bieten dir, je nach bevorzugtem Terrain oder Fahrstil, den perfekten Schlauch für deine bevorzugte Mountainbike-Disziplin.
CITY/TOUR SERIE
Entwickelt für Biker die maximale Zuverlässigkeit im Alltag wünschen. AERON/TPU Schläuche für City und Tour zeichnen sich durch optimierten Pannenschutz aus. Ihr geringes Gewicht und der niedrige Rollwiderstand erhöhen zudem die Performance und den Spaßfaktor auf jeder Tour.